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„Schule des Wohlbefindens"

Unter diesem Motto stand die diesjährige Woche der Gesundheit und Nachhaltigkeit

Die Schüler/innen der 5. Klassen erhielten von den HE-Lehrkräften Fr. Beller, Fr. Krückl und Fr. Seewald (Fachschaft Haushalt und Ernährung) im Rahmen eines dreistündigen Projektes Einblicke in die positiven Auswirkungen einer ausgewogenen Frühstück- und Pausenverpflegung. Zudem wurde auf die Bedeutung der täglichen Bewegung sowie des achtsamen und respektvollen Umgang untereinander eingegangen. Sich angenommen fühlen in der Gemeinschaft, gutes vollwertiges Essen und Bewegung beeinflussen positiv das Wohlbefinden, fördern die Leistungsmotivation und steigern letztendlich die Bildungsqualität.

Schüler der Klasse 7c

Weshalb ist Ernährungsbildung an Schulen so wichtig?

Bereits in jungen Jahren wird die Grundlage für ein gesundheitsbewusstes Essverhalten gelegt. Eine Korrektur langjährig falsch praktizierter Essgewohnheiten im Erwachsenenalter ist meist sehr schwer. Darum ist es wichtig, bereits Kindern und Jugendlichen Ernährungskompetenzen zu vermitteln, damit sie einen gesundheitsförderlichen Lebensstil entwickeln können.

Kinder lernen am Vorbild, auch bei der Ernährung. Aber leider fehlt diese Vorbildfunktion oftmals daheim. Das Bewusstsein für die Auswahl und Qualität der Nahrungsmittel bzw. Getränke und die Bereitschaft, sich im späteren Leben ausgewogen und vollwertig zu ernähren und damit in die eigene Gesundheit zu investieren, hängt wesentlich auch von schulischen Erfahrungen ab. Gerade im Unterrichtsfach Haushalt und Ernährung und bei Ernährungsprojekten werden den Schülerinnen und Schülern die Zusammenhänge zwischen Gesundheit und Ernährung vermittelt und sie gewinnen am Beispiel der Ernährungspyramide einen Überblick über die Struktur einer gesunden Nahrungszusammensetzung (reichlich energiearme Getränke, 5x am Tag Obst und Gemüse, reichlich Vollkorngetreideprodukte, mäßig von den tierischen Nahrungsmitteln und wenig von Süßigkeiten und fetten Snacks). Dadurch können sie ihr eigenes Essverhalten reflektieren und lernen, dieses unter Umständen dauerhaft zu ändern. Bei der gemeinsamen Zubereitung und Einnahme von Speisen setzen sich die Schüler nicht nur mit dem sachgerechten Umgang mit Nahrungsmitteln und deren Wertschätzung auseinander, sondern bemühen sich um einen ansprechend gedeckten Tisch und gepflegte Umgangsformen. Was und wie tagtäglich gegessen und getrunken wird, trägt zur Entwicklung und Festigung von Geschmacks- und Handlungsmustern bei, die das Ernährungsverhalten langfristig beeinflussen.

Die Fünftklässler waren begeistert vom Müsli (Vollkorn-Cerealien) mit Obst und Milch oder Naturjoghurt und einer selbstgemischten Apfelschorle (1/3 reiner Fruchtsaft gemischt mit 2/3 Wasser). Prävention ist eine Investition in die Zukunft um Lebensqualität zu erhalten.

Aufgrund veränderter Lebensrhythmen, Familienstrukturen und Arbeitsbedingungen findet traditionelle Ernährungserziehung immer weniger im Elternhaus statt. Außerdem ist ein deutlicher Kompetenzverlust in Bezug auf die Herstellung und Bewertung von Lebensmitteln festzustellen sowie bei der Zubereitung von Gerichten aus naturbelassenen Zutaten. Fertigprodukte, sogenannte Convenience-Produkte, sind weiter auf dem Vormarsch. Dies führt unter anderem dazu, dass mehr und mehr der Herd durch die Mikrowelle ersetzt wird. Die Verunsicherung seitens immer neuer Meldungen aus den Medien, welche Ernährungsweise oder welches Lebensmittel jetzt nun gerade gut oder schlecht seien, ist groß. Billig und in Massen verfügbar, das ist die Maxime der industriellen Lebensmittelproduktion. Die Industrie hat den Lebensmitteln viele Nährstoffe ausgetrieben, die lebenswichtig für das Gehirn sind, stattdessen sind reichlich Zusatzstoffe, wie Farb- und Aromastoffe, Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker und viele mehr hinzugefügt worden, die unter anderem die Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen und allergieauslösend sein können.

Die HE-Schüler/innen der 7. Klassen kreierten ihr Pausensandwich, bestehend aus einem Vollkornbrot, mageren Käse bzw. Schinken, Salat, Tomaten und Gurkenscheiben sowie Kräutern. Dazu wurde ein Beeren-Smoothie serviert.

Besonders im Fach Haushalt und Ernährung lernen unsere Jugendlichen sich mit den negativen Trends bzw. Entwicklungen kritisch auseinander zu setzen. Sie erlangen Kompetenzen, die ihnen helfen, wirtschaftliche Entwicklungen einzuschätzen, indem sie diese aus ernährungsphysiologischer Sicht beurteilen. Ernährungsbedingte Krankheiten sind nicht nur bei Erwachsenen weit verbreitet und stellen einen wesentlichen Kostenfaktor im Gesundheitssystem dar. Auch Kinder und Jugendliche sind in zunehmendem Maße von Übergewicht sowie Mangelernährung und chronischen Folgekrankheiten betroffen. Die Schule ist daher aus mehreren Gründen gefordert, sich intensiver als bisher mit der Gesundheits- und Ernährungsbildung sowie der Verbraucherbildung auseinander zu setzen. Es ist wichtig, dass die Bildungsstätte eine ausgewogene und bedarfsgerechte Pausen- und Mittagsverpflegung anbietet, die die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit und Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen fördert und erhält.

Da junge Menschen durchschnittlich 10 Jahre lang in der Schule essen und trinken, sollten die Potenziale an diesem Ort des Lernens und Lebens angemessen genutzt werden. Ernährungserziehung schafft das Fundament für die Ernährung im Alltag und fördert langfristig ein gesundes Essverhalten.