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Der Storyteller Jim Wingate aus Wales besucht Freyunger Realschüler

Die Kunst des Geschichtenerzählens hat eine lange Tradition und ist so alt wie die Geschichten selbst. Ob komische oder tragische, ob mündlich tradierte oder schriftlich fixierte Geschichten – sie alle sind Spiegel des jeweiligen Kulturkreises, in dem sie entstanden sind. Besonders erstaunlich ist, dass man sich in vermeintlich vollkommen unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten doch immer wieder ähnliche Geschichten erzählt. Die Grundthemen unseres menschlichen Daseins beschäftigen uns folglich auf jedem Kontinent in ähnlicher Art und Weise, seien dies Liebe oder Hass, Armut oder Überfluss, Leben oder Tod.

An der Realschule Freyung hat diese Kunst des „Storytellings" ebenfalls schon eine besondere Tradition, denn seit weit mehr als einem Jahrzehnt lädt die Fachschaft Englisch unter Leitung von Frau Schinko einen Meister seines Faches ein, Jim Wingate. Neben seiner Tätigkeit als Lehrer und Schriftsteller entdeckte der gebürtige Schotte schon in jungen Jahren seine Leidenschaft für außergewöhnliche Geschichten und zudem sein besonderes Talent dafür, diese auch mitreißend und fesselnd zu erzählen. Jim Wingate fand zwar in Wales seine zweite Heimat, war aber auf der ganzen Welt unterwegs und sammelte während seiner Reisen unzählige Anekdoten, Märchen, Fabeln und Sagen, die das Leben oder auch die Fantasie schrieb.

Die Fünft- und Sechstklässler kamen dieses Jahr in den Genuss dieser Erzählungen und fungierten dabei bereitwillig als Figuren, die in den jeweiligen Geschichten auftraten. Schnell verwandelten sich da Schüler und natürlich auch Lehrer in Könige, Zauberer, Priester oder gar in den leibhaftigen Teufel selbst. Durch gekonnten Einsatz von Mimik und Gestik, aber auch durch lautmalerische Unterstützung und den Einsatz origineller Requisiten gelang es Jim Wingate, die Handlung zu verdeutlichen, so dass es dem begeisterten Publikum ganz leicht fiel, den Geschichten zu folgen, selbst wenn nicht jede Vokabel verstanden wurde. Reichlich Szenenapplaus und begeisterte Gesichter waren deutliches Zeichen dafür, dass die Veranstaltung sich wieder einmal gelohnt hatte. Gewiss werden sich die diesjährigen Zuschauer gerne an Jim Wingate erinnern, wenn er die neuen Fünft- und Sechstklässler in zwei Jahren wieder mit walisischer Flagge und traditioneller Musik begrüßen wird.

Rita Schinko