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Wir brauchen mehr Meister als Master

Bayerns Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer besucht Messe zur beruflichen Bildung in Röhrnbach

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Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer stand den jungen Moderatoren (v.l.) Jasmin Heidner, Sara Kretschmer, Leonhard Baumgartner, Emily Weber und Laura Gumminger auf der Bildungsmesse Rede und Antwort.

Damit Schüler die Möglichkeiten der beruflichen Bildung kennenlernen, betreibt das Bayerische Wirtschaftsministerium in Kooperation mit den Arbeitskreisen "SchuleWirtschaft" die Initiative "Berufliche Bildung – Deine Chance". In ganz Bayern fanden in deren Rahmen bereits Veranstaltungen statt, nur Niederbayern fehlte bislang. Am gestrigen Donnerstag informierten sich nun über 500 Schüler von Mittel- und Realschulen sowie Gymnasien im Haidl-Atrium Röhrnbach auf einer Messe.


Pia Schwarz, stv. Geschäftsführerin des Netzwerks "SchuleWirtschaft Bayern", lobte den aktiven hiesigen Arbeitskreis, dessen guter Vernetzung die Veranstaltung zu verdanken sei. Auch Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer (CSU) kam persönlich, um motivierende Worte an die Schüler zu richten. Schwimmweltmeister Thomas Lurz gab ihnen mit Erfahrungen aus seiner Sportlerkarriere Impulse für ihr Leben und spornte an, bei Rückschlägen nicht aufzugeben.

Wirtschaftsminister Pschierer machte den Acht- bis Elftklässlern Mut für ihre Zukunft: "Die bayerische Wirtschaft steht aktuell hervorragend da, das ist ein gutes Signal an junge Menschen." Er betonte aber auch, dass Bayern nicht wegen Akademikern so gut dastehe, sondern dies dem dualen Ausbildungssystem verdanke. "Wir brauchen in Bayern mehr Meister als Master."
Für die Schüler standen die 17 Stände im Vordergrund, die im Atrium aufgebaut waren. Unternehmensvertreter aus der Region stellten sich vor. Dabei war deutlich mehr geboten als bei den meisten Messen: Die Aussteller waren vier "Kompetenzinseln" zugeordnet, in denen die Jugendlichen ihre Fähigkeiten testen konnten (Methoden-, Personal-, Fach- und Sozialkompetenz). Unter anderem konnten sie einen 3-D-Drucker bestaunen, selbst Handyhalter herstellen, Blumen binden, eine Schaufensterpuppe einkleiden, um die Wette Verbände aufwickeln und mit einer Puppe im Rollstuhl einen Parcours durchlaufen. An fünf "Experteninseln" berieten zudem Vertreter von Institutionen die Schüler. Die Stationen wurden gut angenommen. Obwohl manche der Besucher schon eine Lehrstelle sicher haben, probierten sie gerne die Aktivitäten aus. Drei Schüler konnten in einem Wettbewerb mit anschließender Verlosung zudem ein Kurzpraktikum gewinnen.
Sieben bewiesen auch Talent als Moderatoren: Jasmin Heidner und Sebastian Leinz von der Realschule Freyung stellten Röhrnbachs Bürgermeister Josef Gutsmiedl vor, der sich daran erinnerte, in seiner Berufslaufbahn auch nicht immer genau gewusst zu haben, wie es weitergehen solle. Lena Schröger und Jean Luca Mulas von der Mittelschule Freyung unterzogen Landrat Sebastian Gruber einem Lebenslaufcheck und lobten nicht nur seine Entscheidung für einen soliden Beruf (Lehramt), sondern auch, dass er durch seine Anwesenheit zeige, dass ihm die Schüler wichtig seien. Eine Lücke im Lebenslauf konnte der Politiker mit Wehrdienst und Mithilfe im elterlichen Wirtshaus überzeugend erklären.

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Die Verantwortlichen der Initiative "Berufliche Bildung – Deine Chance" freuten sich mit Röhrnbachs Bürgermeister Josef Gutsmiedl (2.v.l.), Landrat Sebastian Gruber (5.v.l.), Minister Franz Josef Pschierer (6.v.l.) und Noah Gassler (ab 9. v. l.), Johannes Sammer und Maximilian Eder, die Schülerpraktika gewannen, über die erfolgreiche Veranstaltung. − Fotos: Wenzel


Auch Wirtschaftsminister Pschierer gestand eine "Orientierungsphase bei der Bundeswehr" ein, die ihn letztlich davon abbrachte, Berufssoldat werden zu wollen. Emily Weber und Leonhard Baumgartner vom Gymnasium Vilshofen übernahmen seine Vorstellung. Laura Gumminger von der Realschule Freyung, Emily Weber vom Gymnasium Vilshofen sowie Sara Kretschmer und Jasmin Heidner von der Realschule Freyung konnten weitere Fragen an den Minister stellen.
Der riet mit Blick auf die Berufswahl, auszuprobieren, sich zu informieren und den Talenten und Interessen zu folgen. Auch die Digitalisierung sollten Berufseinsteiger nicht fürchten: "Berufe ändern sich, aber verschwinden nicht." Und: "Hinfallen ist keine Schande, nur Liegenbleiben." Bei Einstellungen seien ihm selbst stets Bewerber sympathisch gewesen, die zwar Brüche im Lebenslauf hätten, aber zeigten, dass sie immer wieder bereit waren, neu anzufangen. Passend dazu übergab er an Landrat Sebastian Gruber und Röhrnbachs Bürgermeister Josef Gutsmiedl einen "Baum der Zukunft": Er hoffe, dass die Laufbahnen der Schüler ebenso wachsen und Früchte tragen wie die Esskastanie. Musikalisch sehr gelungen umrahmt wurde die Veranstaltung von der Bläsergruppe der Realschule Freyung unter Leitung von Andreas Breiter und Matthias Schubert.
Die teilnehmenden Schulen waren: GMS Röhrnbach "Am Goldenen Steig", Mittelschule Freyung, Staatliche Realschule Freyung, Grund- und Mittelschule Perlesreut, Mittelschule am Dreisessel, Mittelschule Jandelsbrunn, Johannes-Gutenberg-Gymnasium Waldkirchen, Realschule Grafenau, Gymnasium Vilshofen, Gymnasium Untergriesbach.

(Von Ann-Kristin Wenzel, Passauer Neue Presse vom 18.05.2018)

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